The House Of Usher – Pandora’s Box

The House Of Usher – Pandora’s Box

Mit PANDORA’S BOX veröffentlicht die deutsche Gothic Rock-Band THE HOUSE OF USHER ihr nunmehr achtes Album, das wiederum eindrucksvoll die Wandlungsfähigkeit der Band zeigt, ohne dass diese sich selbst und ihrem Genre untreu wird. PANDORA’S BOX wartet mit zwölf Songs auf, die in unterschiedlichen Anteilen atmosphärische Dichte, erhabenes Pathos und melancholisch-epische Weite verbindet. Dabei verhehlt die aktuelle Besetzung in keiner Weise ihre musikalische Herkunft. Fest verwurzelt im Gothic Rock der 1980er Jahre schreibt PANDORA’S BOX dieses musikalische Erbe souverän in immer neuen und überraschenden Varianten weiter fort. Die charakteristische Gitarrenarbeit von Georg Berger (ex-THE CRACK OF DOOM, ex-FINNEGAN’S WAKE) und Neuzugang Tom o`Connell (ex-GARDEN OF DELIGHT, TRAUMTAENZER) wird getragen von einem treibenden Bass-Schlagzeugfundament (Ralf Dunkel und Axel Burgard, beide FALLEN APART). Zusammengehalten aber werden die Kompositionen letztendlich durch den markanten Gesang von Bandgründer und Autor Jörg Kleudgen (COSMOGENESIS, NECROLOGIO, DIE SCHATTENCHRONIK). Gegenüber neuen Einflüssen verschließen sich THE HOUSE OF USHER auch auf PANDORA’S BOX nicht, vielmehr implementieren sie diese wie selbstverständlich in ihre Musik und beweisen mit Stücken wie „How Far Can We Go“, „Finders Keepers“ oder „Coming Home“, dass Gothic Rock nach wie vor frisch und zeitgemäß klingen kann. Das Album wird durch eine im Booklet abgedruckte Kurzgeschichte abgerundet, wie sie schon seit Jahren fester Bestandteil jeder Veröffentlichung von THE HOUSE OF USHER ist. Die Erzählung „Die Büchse der Pandora“ liefert dabei nicht nur den konzeptionellen Überbau, der die Songs in einen thematischen Zusammenhang bringt.  In einer Wechselwirkung dienen sie ihrerseits als Soundtrack zur akustischen Untermalung einer Geschichte, die in ihrer atemberaubenden Bilderflut voller Zitate aus dem Bereich des Okkulten ist. Die Elemente Musik, Erzählung und Artwork spannen somit ein weites Feld für eigene Interpretationen auf, die aus PANDORA’S BOX ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk mit Tiefe machen. || auf AMAZON bestellen...

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Reptyle – Corruption EP

Reptyle – Corruption EP

Gegründet 1999, also zu einer Zeit, als das Genre ziemlich tot war, haben Reptyle seither ebenso zwingend die Vorzüge des Untot-Seins unter Beweis gestellt: Ohne jeden Industrie-Support, dafür mit jeder Menge Konzerten im In- und Ausland, einer exklusiven und unbeirrbaren Fanbase und – vor allem – zwei publikums- und kritikerseits höchstrespektierten Alben, „A High and Lonely Place“ und „Consequence“. Denn klar, Attitüde ist zwar einiges, aber nicht alles, wie gerade dieser neue Tonträger beweist. Reptyle haben ganz offensichtlich ihr (sowieso erhebliches) songwriting-Talent geschliffen. Das zeigen Songs, die gleichzeitig vielseitiger und fokussierter sind als noch zuletzt: etwa der oben zitierte, breitbeinige Opener; die Cinemascope-Tragödie „Into Her Desert“; der feinsinnige und trotzdem wuchtige Groove von „Heroes Of The Working Dead“, und so weiter. „Fokussiert“ ist überhaupt das Stichwort: Zulu singt in jeder Hinsicht grimmiger und trotzdem intimer; die Gitarren kombinieren souverän punkige Ausbrüche und Shoegazeige Flächen; die Produktion ist deutlich besser als früher; und nein, dass hier jetzt ein Live-Drummer trommelt, schadet kein bisschen. Wenn das hier „old school“ ist, gibt es dem jungen Jahrhundert einen verdienten Tritt in den Allerwertesten – und REPTYLE, hoffentlich, den entscheidenden Schub auf größere...

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Neon Dream – Metropolitan West

Neon Dream – Metropolitan West

Auf „Metropolitan West“ beweist die Band um den kreativen Geist und Lenker Klaus Möllers, dass sie die Zeit nicht hat ungenutzt verstreichen lassen. Auch wenn man im ersten Moment davor zurückschreckt, den Begriff des „Konzeptalbums“ zu bemühen, findet sich kein passenderer Ausdruck für dieses Album, das die Band an ihre äußersten Grenzen geführt hat. Folgerichtig setzt es sich mit dem Thema „Konflikte“ auseinander, ausgehend von Konflikten auf unterster Ebene, also in den Beziehungen zweier Individuen, bis hin zu der Frage nach dem Sinn von Kriegen. Stilistisch deckt „Metropolitan West“ ein breites Spektrum ab und klingt dabei wie aus einem Guss. NEON DREAM ist es gelungen, an ihren Wurzeln festzuhalten, ohne anachronistisch zu wirken. Markant ist ihr monumentaler Sound, der seinen Höhepunkt im epischen „Last Hours“ findet. Gothic-Rock mit markanten Melodieführungen wird durch sphärische Wave- Elemente und elektronische Akzente bereichert. Als weiterer Höhepunkt ist hier der clubrelevante Dark-Trance-Song Sexaholica zu nennen. Trotz moderner Charaktere in den neuen Songs bleibt die Band insgesamt ihrem dunkel-treibenden bis episch-melancholischen Stil treu. Das zweite Full-Length-Album – in modernem Gewand, aber aus denselben Wurzeln...

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